Erst ein Rumpeln, dann ein Ruck: die enge Kabine steckt fest - mitten zwischen zwei Stockwerken. Dieser Albtraum eines jeden Aufzugnutzers wird in den letzen Jahren immer öfter Realität. Von den rund 700.000 Liftanlagen in Deutschland sind etliche schon 50 Jahre und länger in Betrieb, technisch also nicht zwangsläufig auf dem neuesten Stand.
Ratgeber Technik hat einen Prüfingenieur, den Technischen Leiter ZÜS für Aufzüge bei der DEKRA Testing & Inspection GmbH bei einer "Wiederkehrenden Prüfung" begleitet. Objekt: eine rund 25 Jahre alte Anlage mit elf Haltestellen in einem Hamburger Hochhaus. Besonders genau schaute sich der Prüfer dabei das Antriebsaggregat an. Die besonders sensiblen Teile sind hier:
"... Durch neue Wartungskonzepte, die eine Reduzierung der Wartungsinhalte, eine Verlängerung der Wartungszyklen und eine Routenoptimierung beinhalten, sollen starke Rationalisierungseffekte generiert werden. Dies ist als Reaktion auf kundenseitige Anforderungen zu verstehen.
Der Kostenaspekt hat im Service erheblich an Bedeutung gewonnen, weil die Betreiber selbstbewusster geworden sind und über Leistungen und Preise im Service zunehmend verhandeln, statt regelmäßige Preiserhöhungen zu akzeptieren. Konsequenz ist dann, wie einer der befragten Betriebsräte zuspitzt: „Eine richtige Wartung findet nur noch ein- bis zweimal im Jahr statt und bei den anderen Wartungsterminen wird kurz nachgeschaut, ob das Haus noch steht“ (Exp.).
Bei einem der Big-4 wird z. B. das Ziel ausgegeben, dadurch bundesweit nochmals 100.000 Stunden bei den Servicemonteuren einzusparen – die Effekte auf Beschäftigung liegen auf der Hand. Auch sonstige Risiken und Nebenwirkungen gilt es in den Blick zu nehmen: Wenn die Wartungsqualität nachlässt, was wird dann aus der Betriebssicherheit? ..."